Und sie radeln doch sicher!

Erstellt von Andreas Burkert | |   Deutschland

Jedes Jahr sterben über 400 Menschen im Straßenverkehr. Das ist nicht akzeptabel. Und dennoch ist Radfahren sicherer geworden. Das erklärt der Zweirad Industrieverband ZIV, der dazu Zahlen des Statistischen Bundesamts ausgewertet hat.

Die Zahl der tödlich verunfallten Radfahrer ist zu hoch. Ursächlich ist auch eine mangelhafte Infrastruktur für die Fahrradmobilität. So fordert die nahezu ausschließlich auf den Automobilverkehr ausgerichtete Verkehrspolitik jedes Jahr 415 getötete RadfahrerInnen. Die Schuld aber der/dem RadlerIn zu zuschieben, ist falsch. Wird nämlich die Zahl der tödlich verunfallten RadfahrerInnen in Relation zum gestiegenen Radverkehr gesetzt, zeigt sich ein gänzlich anderes Bild: das Fahrradfahren ist sicherer geworden.
Entsprechende Zahlen hat soeben der Zweirad Industrie Verband ZIV veröffentlicht. Der Verband hat dazu die aktuellen Zahlen zu den tödlich verunglückten RadfahrerInnen des Statistischen Bundesamts grafisch aufbereitet. Während die Zahl der Verkehrstoten seit etwa 2018 nahezu konstant geblieben ist, ist die Strecke der mit dem Fahrrad gefahrenen Kilometer von 410 auf 550 Kilometer gestiegen. Entgegen der Behaupten mancher Medien, die stets tödlich verunglückte Pedelec-FahrerInnen zitieren, „ist Fahrradfahren sicherer geworden“, erklärt Ernst Brust, der bis 31. März 2021 Geschäftsführer des ZIV war und nun dort das Ressort Technik leitet.

Grund für die stark gestiegene Kilometerleistung pro Radfahrer und Jahr ist der Trend zum Pedelec – und die Maßnahmen, die Pandemie einzudämmen. So stieg innerhalb eines Jahres die Fahrleistung um annähernd 30 Prozent auf 550 Kilometer pro Person in 2020. Trotz dieser positiven Entwicklung, sieht Brust noch großen Bedarf, „Radfahren in Deutschland noch sicherer zu machen, indem wir auch hierzulande die nötige Infrastruktur geschaffen wird.“

Das gilt vor allem für Pedelec-Fahrten, bei der die Zahl der Verkehrstoten gestiegen ist. Laut Statistisches Bundesamt sind die überdurchschnittlich alt und haben daher geringere Überlebenschancen als jüngere Unfallopfer. So finden sich unter den tödlich verunglückten Radfahrern meist Menschen über 65 Jahre. Das sollte der Branche und der Politik zu denken geben. Da jeder Fünfte in dieser Altersgruppe allein verunglückt – also aufgrund mangelhafter Infrastruktur oder der Ungeübtheit der FahrerInnen – sind sichere Radwege und altersgerechte Pedelecs notwendig.

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Getötete Radfahrer in Deutschland
Radeln ist sicherer geworden. Dennoch muss die Infrastruktur für die Fahrradmobilität dringend verbessert werden. (c) Andreas Burkert