Muskelaufbau per EMSCULPT

Erstellt von Andreas Burkert | |   Forschung und Lehre

Die High Intensity Focused Electromagnetic-Therapie mit dem EMSCULPT ermöglicht es, ausgewählte Körperregionen ästhetisch vorteilhaft zu formen. Der Muskelaufbau erfolgt dabei mit hochenergetischen elektromagnetischen Feldern.

Von der Kunst, durch Nichtstun Muskeln aufzubauen, handelt dieser Beitrag. Im Mittelpunkt steht dabei ein medizinisches Hightech-Gerät, dass ein starkes elektromagnetisches Feld erzeugt, um damit selbst tieflegende Muskulatur zu stimulieren. Das zumindest verspricht die medizinisch zugelassene Technologie von EMSCULPT. Dabei steht EM für „elektromagnetisch“ und Sculpt für „formen“. Muskelaufbau und Fettverbrennung einfach so, ohne Anstrengung? Die Wirksamkeit sollen dabei in einigen klinischen Studien US-amerikanischer Institute belegt worden sein.

Unter anderem konnten die Autoren der wissenschaftlichen Arbeit “High Intensity Focused Electromagnetic Therapy, Evaluated by Magnetic Resonance Imaging”, die der Redaktion vorliegt, nachweisen, dass „drei Effekte auf das Bauchgewebe als direkte Folge der Behandlungen induziert wurden“. Mittels Magnetresonanztomographie MRT gelang es, im Vorher-Nachher-Vergleich unter anderem einen um etwa 16 Prozent erhöhter Muskelaufbau wie auch eine Reduzierung des Fettanteils um 19 Prozent nachzuweisen. Je nach Statur konnte auch der Taillenumfang um etwa 4,4 cm gemindert werden. Solche Zahlen klingen verlockend. Doch so einfach ist es nicht.

Mit Wumms zum Sixpack

Deshalb dieses vorweg: Ein Couchpotato wird mit EMSCULPT kaum das Ziel erreichen, einen Sixpack zu bekommen. „Wer während der Behandlung wie auch danach seine Ernährung nicht überdenkt, also weiterhin sein Feierabendbier in Mengen zu sich nimmt und Chips wie auch Süßspeisen in Fülle konsumiert, wird auch keinen Erfolg erkennen“, erzählt uns Dr. Tatjana Pavicic. Pavicic ist Inhaberin der Privatpraxis für Dermatologie und Ästhetik in München und seit langer Zeit aktiv in der Patientenbehandlung mit EMSCULPT. Bei ihr fanden wir auch die Gelegenheit, das System zu testen. Mit überraschend kräftigem Wumms. 

Denn das medizinisch zugelassene Gerät erzeugt ein bis zu sieben Tesla starkes elektromagnetisches Feld, das eine „supramaximale“ Kontraktion der behandelten Muskulatur bewirkt. Die Bauch- oder Gesäßmuskulatur wird damit um ein Vielfaches mehr in Anspruch genommen als es ein herkömmliches Krafttraining ermöglichen könnte. In Folge wird der Muskelaufbau in den angesprochenen Muskeln maximal angestoßen und es kommt zu einer deutlichen Zunahme des Muskelumfangs. Je nach Intensität, die sich individuell anpassen lässt, entspricht eine 30 Minuten andauernde Behandlung etwa 20.000 SitUps oder 20.000 Kniebeugen. Dabei ruht man nahezu entspannt auf einer Liege.

Muskelaktivierende Magnetfeldstöße

Denn mit jedem „Magnetfeldstoß“ werden die Muskel mit einem lauten „TakTakTak“ aktiviert. Im Bauch spürt man regelrecht die Kraft des induzierten Magnetfeldes. Vor allem beim Aufbau der geraden und schrägen Bauchmuskulatur ist deshalb auch die Atmung von großer Bedeutung, wie Pavicic erklärt: Wie beim Krafttraining gilt, vor dem Hauptkrafteinsatz einatmen, während des Bewegungsablaufes ausatmen. Das magnetische Feld wird im Übrigen mittels zweier Applikatoren übertagen, die mittels einer Schnalle auf dem Unterbauch, dem Gesäß oder den Oberschenkeln befestigt werden. Von dort führen Stromleitungen in das Servicegerät. Dort lassen sich unter anderem Impulsstärke und Behandlungsdauer einstellen.

Die ganze Prozedur dauert nur wenige Minuten. Vor der Behandlung aber ist ein ausführliches Gespräch nötig, um über Wirkungsmuster und Risiken zu informieren. So ist die Anwendung mit EMSCULPT nicht geeignet für Menschen mit Herzschrittmacher und Patienten mit Metallimplantaten im Behandlungsbereich. Sonstigen Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Laut Hersteller wurde das Behandlungsgerät durch die Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) gründlich geprüft. Empfohlen werden in der Regel vier Sitzungen von jeweils 30 Minuten. Diese sollten jeweils im Abstand von zwei bis vier Tagen stattfinden.

Stärken der Rumpfmuskulatur

Bereits nach der Hälfte der Behandlungen lassen sich die ersten Ergebnisse erkennen. Das Endresultat erscheint etwa zwei bis drei Monate nach der letzten Behandlung. Auch wenn der Sixpack sich noch nicht zu erkennen gibt, bereits nach der ersten Behandlung spürt man einen deutlichen Effekt. Und ja: Eine ausgeprägte Bauchmuskulatur wirkt natürlich ästhetisch, doch die stabilisierende Wirkung, die durch die gestärkte Rumpfmuskulatur entsteht, sollte im Mittelpunkt der Behandlung stehen. Die Rumpfmuskulatur wirkt straff, der Gang aufrechter.

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